Was ist Osteopathie

Was ist Osteopathie?

Um 1850 wurde die Osteopathie in den USA durch den Arzt Dr. Andrew Taylor Still entwickelt. Es ist eine Diagnose- und Behandlungsform, die ausschließlich mit den Händen erfolgt. Dabei wird der Patient in seiner Gesamtheit betrachtet, d.h. auf allen körperlichen Ebenen, aber auch im Zusammenspiel von Körper, Geist, Seele. Da ein Grundprinzip in der Osteopathie heißt: „Leben ist Bewegung“ wird die Beweglichkeit des Körpers insgesamt, aber auch die Eigenbewegungen und Elastizität der Gewebe, der einzelnen Körperteile und der verschiedenen Organsysteme und deren Zusammenspiel, untersucht und gegebenenfalls behandelt. So soll sicher gestellt werden, dass der Stoffwechsel – und damit die Funktion jeder Struktur – optimal unterstützt wird. Bewegungsfreiheit ist nach Auffassung der Osteopathie essentiell für eine gute Funktion ganz gleich, ob es sich um Muskeln, Sehnen, Faszien, Bänder, Knochen oder innere Organe, Nerven und Gefäße handelt.
Bei eingeschränkter Beweglichkeit entstehen diesem Konzept nach als Folge erst Gewebespannungen, dann Funktionsstörungen, die, wenn sie nicht mehr kompensiert werden können, zu Beschwerden führen. In der Osteopathie sucht man nach der Ursache dieser Funktionsstörung und versucht sie zu beheben. Damit wird nicht eine Krankheit an sich behandelt, sondern eher die zugrunde liegenden „Bewegungsstörungen“. Zur Orientierung bei Diagnose und Therapie dient immer die gesunde Funktion. Da durch Faszien (dünne Bindegewebshüllen) alle Strukturen des Körpers direkt oder indirekt miteinander zusammen hängen, können sich Beschwerden auch an einem anderen Ort zeigen, als an dem, an dem die Fehlfunktion vorliegt. Der über Jahre geübte Tastsinn führt den Therapeuten in seiner Diagnose und Behandlung. So umfasst die Ausbildung der Osteopathen neben den medizinischen Fächern wie Anatomie, Physiologie, Biomechanik und Krankheitslehre v.a. auch eine intensive Schulung der Hände. Die angewandten Techniken sind meist sehr sanft.

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